Ingwer Bier

Gesunde, würzige Getränke haben es uns seit der Golden Milk angetan. Doch wenn es wärmer wird darf es gerne etwas erfrischender sein. Auf Fermentation haben wir uns ebenfalls schon öfter verlassen und machen das auch für unsere Ingwer Limo bzw. Ginger Beer oder Ingwer Bier.

Das Ginger Beer sprudelt beim öffnen über
Das Ingwer-Bier zeigt, dass es lebendig ist

Ein Bier für vor 4

Ingwer Bier ist kein richtiges Bier, sondern eine Limonade die auf Fermentationsprozessen basiert, dabei können aber auch geringe Mengen Alkohol entstehen. Im Gegensatz zu Ginger Ale ist es aber weniger süß, kräftiger, schärfer im Ingwergeschmack und außerdem naturtrüb. Ginger Beer kann anstatt von Ginger Ale für Cocktails genutzt werden und sorgt dabei für intensivere geschmackliche Akzente.

Geriebener Ingwer vor einer Kastenreibe
Dank Pawlow riecht man den frischen Ingwer ja geradezu

Wir setzen zwei Versionen dieses Ingwer-Getränks an, die sich aber stark ähneln. Voraussetzung für unser Getränk ist ein Ingwer-Bug, ein Ansatz aus Ingwer und Zucker oder Honig den wir fermentieren lassen. Für den ersten Ansatz starten wir mit braunem Zucker, den zweiten mit unserem eigenen Honig. Ja, wir haben wohl auch etwas Honig im Kopf aber es macht eben Spaß damit zu arbeiten und keine Angst, zu sentimental macht es uns nicht. Die Idee ist, eine Honig-Ingwer-Limo zu erhalten

Das ist Zucker

Für den ersten Ansatz reiben wir uns frischen Ingwer über eine scharfe Reibe. Die so entstandenen Ingwer-Schnitze geben wir mit braunem Zucker und Wasser in ein sauberes Glas. Diese Mischung füttern wir, wie eine Art Sauerteig, für fünf bis sechs Tage weiter. Das bedeutet, wir geben jeden Tag einen Teelöffel Zucker und einen Teelöffel frisch geriebenen Ingwer dazu. Das Glas steht die ganze Zeit im FoodLab bei einer Raumtemperatur von 18 °C-21 °C. Der Fermentationsprozess braucht einige Tage, um in Schwung zu kommen.

Viele Bläschen auf dem Ginger Beer
Der Bug bubbelt

In den Tagen 6–7 können wir eine Bläschenbildung beobachten, es gärt! Es riecht nicht säuerlich, eher süßlich, intensiv nach Ingwer. Um unseren Ansatz, den Ginger Bug einen Schritt weiter Richtung Ingwer Bier zu bringen, setzten wir einen Sud an. Hierfür nehmen wir Wasser, Ingwer, Limetten, Honig und brauner Zucker. Das Wasser kochen wir einmal kurz auf, von den Limetten nehmen wir den Abrieb und den Saft. Den Ingwer reiben wir uns grob. Den Zucker und die weiteren Zutaten lassen wir, wie einen Tee 30 Minuten ziehen. Anschließend seihen wir den entstanden Sud durch ein Sieb und geben den gleichen Teil Wasser dazu. Der Sud wird dadurch auf etwa 30 °C abgekühlt. Eine gute Temperatur, um direkt den zweiten Gärprozess zu starten, zu heiß würden unsere Helfer wie Hefen oder Bakterien absterben. Nun geben wir den zuvor vergorenen Ingwer-Bug hinein, wir nehmen aber nur den Sud, nicht dem vergorenen Ingwer selbst. Diesen können wir aber aufbewahren, weiter füttern und wiederverwenden. Nachdem wir alles gründlich gemischt haben, füllen wir den fertigen Sud in ein großes Glas, decken dieses mit einem Küchentuch ab und lassen es zwei Tage stehen. Dann verschließen wir das Glas mit einem Deckel, das so weitere 3–4 Tage im FoodLab steht.

In dieser Zeit ist die Hauptgärung im Gange. Die Dauer variiert, je nach Jahreszeit bzw. der Umgebungstemperatur, die stark beeinflusst wie aktiv die Bakterien und Hefen sind. Bei diesem Ansatz bleibt die sichtbare Gärung aus, wir füllen den Sud in Bügelflaschen und lassen ihn einige Tage bei Raumtemperatur nachgären. Hierbei ist es wichtig, dass wir täglich das entstandene Kohlenstoffdioxid (CO2) durch das kurze Öffnen der Flaschen abgasen. Sonst könnte der Druck, der sich bei der Entstehung von CO2 und Kohlensäure entwickelt, zu groß werden. Das hätte zur Folge, dass die Flasche platzt.

Geruch-Geschmacks-Test

Geruch
– vergorener Ingwer, leicht säuerlich, gepaart mit schärfe in der Nase
– leichte Hefe Aromen, aber nicht unangenehm
– frisch und scharf

Geschmack
– dezente Schärfe, bleibt nicht lange im Mund, das Prickeln ist direkt wieder weg
– leichte Hefe Aromen, aber nicht unangenehm
– wie abgestandene Brause, durch den geringen Kohlensäuregehalt

Voll de Honig

Richtig, bereits in der Variante mit Zucker im Ansatz kam am Ende noch Honig dazu, nun starten wir aber bereits mit Honig im Ansatz, eben Voll de Honig.

Für den Ingwer-Bug mit Honig, reiben wir uns ebenfalls frischen Ingwer und geben diesen mit Honig in ein sauberes Glas, das mit etwas Wasser aufgefüllt wird. Die Mischung füttern wir, wie oben beschrieben, nun aber mit Honig statt Zucker. Diese Mischung kommt nicht so gut in Fahrt, wie die mit Zucker. Liegt zum einen vielleicht am Honig, zum andern an der Temperatur. Der Ansatz braucht wirklich ein paar Tage länger, zehn um genau zu sein. Nach zehn Tagen haben wir die Gärung erreicht, die wir beim Zuckeransatz nach sechs Tagen erreicht hatten.

Honig auf Limettenschale und geriebenem Ingwer
Honey, Ginger and Lime

Wieder kochen wir einen „Tee“ aus Wasser, Ingwer, Limette und Honig, lassen diesen 30 Minuten ziehen, und seihen dann ab. Zu diesem „Tee“ kommt der vergorene Honig-Ingwer-Bug, der riecht angenehm stark nach Honig und leicht vergoren. Wir rühren den Sud einmal kräftig durch und füllen ihn in ein großes Glas. Dieses decken wir mit einem Küchentuch ab. So steht unser Sud für zwei Tage, anschließend verschließen wir das Glas mit einem Deckel und steht so weitere 4–5 Tage. Dort kann man eine leichte Gärung beobachten. Nach Ablauf der Hauptgärung füllen wir die Flüssigkeit in Bügelflaschen und lassen diese für weitere Tage im FoodLab stehen. Täglich wird das entstandene Kohlenstoffdioxid (CO2) durch kurzes Öffnen der Flaschen abgelassen. Anschließend stellen wir sie in die Kühlung, wo sie weiter fermentieren. Vorsicht es besteht Explosionsgefahr! Daher die Flaschen gut beobachten oder Plastikflaschen nutzen.

Geruch-Geschmacks-Test

Beim Öffnen der Flasche knallt es laut und schäumt, wie in unserer der Instagram Story zu sehen war.

Geruch
– kein Ingwergeruch, nicht säuerlich, keine Schärfe
– starke Hefe Aromen, dennoch nicht unangenehm

Geschmack
– keine Schärfe, bleibt länger im Mund, das Prickeln bleibt länger
– ähnelt einem Weizenbier
– wie abgestandene Brause, durch den geringen Kohlensäuregehalt

Ingwerweizen

Die ideale Version liegt wohl irgendwo in der Mitte bzw. muss man, wie so oft beim experimentellen Kochen, die Erkenntnisse und die eigenen Präferenzen zusammenbringen.

Gemischt macht sich unser Getränk sehr gut! Der Sommer kann ruhig kommen, wir könnten jedenfalls schon jetzt mit unserem „Ingwerweizen“ genussvoll anstoßen.

Zwei Bügelflaschen Ginger Beer
Trinkbereit in der Bügelflasche

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