Digitale Wasserzeichen für effektives Recycling von Kunststoff-Verpackungen.
Bereits seit den ersten Gehversuchen mit dem digitalen Wasserzeichen für smartes Packaging verfolgen wir diesen Trend genau. Wir selber waren in den frühen Umsetzungen des NETTO Markendiscounters mit dem Digimarc dabei und haben verschiedene Designprojekte betreut. Das volle Potential der Idee entfaltet sich aber erst im Netzwerk – entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Mit dem Projekt “HolyGrail 2.0” und dem fließenden Übergang in die Nachfolgeinitiative HolyGrail 2030 ist eine Technologie serienreif geworden, die einen entscheidenden Beitrag zur Kreislaufwirtschaft leisten könnte.

Die Initiative für digitale Wasserzeichen, die von der AIM – European Brands Association vorangetrieben und von der Alliance to End Plastic Waste unterstützt wird, hat mit dem Abschluss von HolyGrail 2.0 die technische Machbarkeit sowie die wirtschaftliche Tragfähigkeit digitaler Wasserzeichen für die genaue Sortierung von Verpackungsabfällen in großem Maßstab bewiesen.
Bei digitalen Wasserzeichen handelt es sich um nicht wahrnehmbare Codes in der Größe einer Briefmarke, die die Oberfläche einer Konsumgüterverpackung bedecken und eine Vielzahl von Attributen tragen. Sobald die Verpackungen in eine Abfallsortieranlage gelangen, wird das digitale Wasserzeichen von einer hochauflösenden Kamera an der Sortieranlage erkannt und dekodiert. Diese ist dann in der Lage, die Verpackungen anhand der übertragenen Merkmale (z. B. Lebensmittel vs. Nicht-Lebensmittel) in die entsprechenden Ströme zu sortieren. Dies führt zu genaueren Sortierströmen und damit zu qualitativ hochwertigeren Rezyklaten, von denen die gesamte Wertschöpfungskette profitiert.
Nachdem die F&E-Phase 2024 mit umfassenden industriellen Feldtests abgeschlossen wurde, liegen nun die finalen Ergebnisse vor: In den Praxisversuchen unter realen Abfallbedingungen erreichten die Anlagen eine Erkennungsrate von über 90 % und einen Reifegrad der Marktreife (TRL 9). Mit dem Start von HolyGrail 2030 liegt der Fokus jetzt auf der flächendeckenden kommerziellen Implementierung in der Entsorgungswirtschaft, um die EU-Quoten für Rezyklatanteile (PPWR) fristgerecht zu erfüllen.
Nach dem erfolgreichen Abschluss der Entwicklungs- und Testphase von HolyGrail 2.0 fokussiert sich die Nachfolgeinitiative HolyGrail 2030 – Circular Packaging auf die großflächige kommerzielle Markteinführung und die wirtschaftliche Skalierbarkeit. Im Zentrum der zweijährigen Marktdemonstrationen stehen gezielte Pilotprojekte (u. a. in Deutschland und Belgien), die sich intensiv der Kreislaufführung von Polypropylen (PP) widmen – etwa der sauberen Trennung von Food- und Non-Food-Verpackungen, um hochwertige Rezyklate in Lebensmittelqualität zurückzugewinnen. Darüber hinaus dient die Technologie als Datenbasis für den künftigen Digitalen Produktpass (DPP)der EU: Die über die Wasserzeichen erfassten SKU-Daten liefern genaue Erkenntnisse über Materialströme, Sortiereffizienz und erweiterte Herstellerverantwortung (EPR). Damit unterstützt HolyGrail 2030 Markenhersteller und Entsorger konkret dabei, die strengen Rezyklat- und Recyclingquoten der neuen EU-Verpackungsverordnung (PPWR) bis 2030 fristgerecht umzusetzen.