Der Siegeszug der Fasern geht weiter: die Paper Bottle.

Die Getränkeflasche „Paper Bottle“ des dänischen Herstellers Paboco (mittlerweile mehrheitlich im Besitz der ALPLA Group) wird aus nachhaltig gewonnenen Holzfasern hergestellt. Eine dünne Innenbarriere schützt das Material vor Flüssigkeit, Wasserdampf und Sauerstoff. Während in den Anfangsphasen der Entwicklung noch PET- oder PE-Liner verwendet wurden, markiert der Übergang zu serienreifen, extrem leichten Lösungen den Durchbruch: In Kombination mit faserbasierten Verschlüssen (wie von Blue Ocean Closures) wiegt die gesamte Verpackung heute unter 16 Gramms. Durch den minimalen Kunststoffanteil (unter 2 Gramm) lassen sich die Flaschen problemlos über den regulären Altpapierstrom recyceln.

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Design for Recycling
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Die Carlsberg Group trieb die Testreihen ihrer Fibre Bottle kontinuierlich voran. Nach ersten Markttests in acht europäischen Ländern zeigte sich, dass die Holzfaserstruktur nicht nur haptisch durch ein völlig neues Erlebnis überzeugt, sondern in Kombination mit neuartigen pflanzenbasierten Polymeren (wie PEF) die Frische und Kohlensäure des Bieres gleichwertig zu herkömmlichem PET schützt. Carlsberg nutzt die Flaschen bisher vor allem für Pilottests und Events.

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Bildquelle: Paboco

Dass Papierflaschen den Schritt von Nischen-Experimenten in die Massenvermarktung vollzogen haben, beweist auch der britische Spezialist Frugalpac mit seiner Frugal Bottle. Die zu 94 % aus recycelter Pappe bestehende Wein- und Spirituosenflasche wiegt nur 83 Gramm – fünfmal weniger als eine Standard-Glasflasche – und reduziert den CO₂-Fußabdruck um bis zu 84 %. Zu kritisierten bleibt hier allerdings das Multilayer-Inlay, dass die Flasche vor Feuchtigkeit schützt. Das ist nicht recyclebar und erinnert eher an den klassischen Bag-in-Box Aufbau aus dem Billig-Weinsegment.

Die Verbraucherakzeptanz bleibt deshalb gespalten: Zwar schätzen Konsumenten das geringe Gewicht und die Bruchsicherheit bei Outdoor-Aktivitäten oder Festivals, doch im Premiumbereich – etwa bei höherpreisigen Weinen oder Spirituosen – assoziieren viele Käufer Papierverpackungen nach wie vor mit minderer Qualität. Auch bei den Abfüllgeschwindigkeiten und der Langlebigkeit im Verkaufsregal können Papierflaschen noch nicht flächendeckend mit etablierten Glas- oder Alulinien konkurrieren. Sie bleiben daher vorerst eine nachhaltige Ergänzung für spezifische Nischenmärkte – auf weitere Entwicklungen darf man gespannt sein.