Echte Kreisläufe für Lebensmittel-verpackungen aus Kunststoff.
Die Gesetzeslage könnte zu einer baldigen EU-Zulassung für Post-Consumer-Recyclingmaterial (PCR) aus PE und PP für den direkten Lebensmittelkontakt führen. Das wäre der notwendige Schritt, damit eine optimierte Wurstverpackung, wie im hier gezeigten Beispiel endlich wieder zur Wurstverpackung werden dürfte. Dank der bevorstehenden Packaging and Packaging Waste Regulation (PPWR) näheren wir uns endlich dem Zeitalter wahrer Kreislaufwirtschaft von Kunststoffen.

Mit der Verabschiedung der europäischen Verpackungsverordnung (PPWR) ist der Wandel in der Verpackungsindustrie verbindlich vorgezeichnet. Rezyklate, insbesondere Post-Consumer-Rezyklate (PCR), wandeln sich von einer nachhaltigen Option zum gesetzlichen Standard. Der PCR-Begriff wird in der Verordnung dabei pragmatisch betrachtet: Als Post-Consumer gilt jeglicher Kunststoffabfall, der nach der gewerblichen, institutionellen oder privaten Nutzung anfällt, wozu auch kommerziell genutzte Transport- und Verkaufsverpackungen zählen.
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Die Gesetzgebung schreibt vor, dass ab 2030 alle Kunststoffverpackungen einen Mindestanteil an PCR aufweisen müssen. Die Zielvorgaben variieren je nach Material und Anwendung: Bei kontaktsensitiven Verpackungen wie Lebensmittelverpackungen liegt die Vorgabe für Nicht-PET-Kunststoffe bei 10 Prozent, während für kontaktsensitives PET und Einweg-Getränkeflaschen sogar 30 Prozent gefordert werden. Bis 2040 steigen diese Quoten je nach Kategorie weiter an.
Die Vorgabe für kontaktsensitive Verpackungen ist aktuell Gegenstand intensiver Diskussionen in der Branche. Die größte Herausforderung für Hersteller und Entwickler wird es sein, ausreichend hochqualitatives und lebensmittelsicheres Material für ihre Produkte zu sichern. Während bei PET etablierte Recyclingkreisläufe existieren, ist die Verfügbarkeit von konformen Rezyklaten aus Polyolefinen wie PP und PE stark limitiert. Die bestehenden High-End-Fraktionen sind bereits jetzt hart umkämpft. Vorausschauende Verpackungshersteller, wie die Unternehmen in der Watchlist, tüfteln bereits an Lösungen für die Brands. Dabei wird sowohl auf Rezyklat aus mechanischen, als auch aus solchem aus chemischen Verfahren gesetzt. Zweiteres ist zwar energieaufwändig in der Herstellung, hat aber keine Qualitätseinbußen im Vergleich zu Neuware.
Zudem muss man in der Ästhetik mit Umstellungen wie Eintrübungen oder leicht veränderten Farbnuancen rechnen. Um diesen optischen und qualitativen Engpässen entgegenzuwirken, muss die Wertschöpfungskette verstärkt in moderne Sortier- und Dekontaminationstechnologien investiert, effiziente Sammlungen sichergestellt und Verpackungen konsequent nach den Grundsätzen des Design for Recycling entwickelt werden.