Rosinen-Honig-Schokobon-bon

Schoko-Rosinen sind ein Klassiker im Süßigkeiten-Regal. Rosine, Schokomantel fertig. Nicht aufregend, aber doch sehr gut. Wir wollen diesen Klassiker nicht neu erfinden, orientieren uns also am Original aber geben ihm einen kleinen Twist.

Einzelner Schokobon auf Backpapier voller Schokoreste
Nach Labor sieht es im Food Lab selten aus wenn wir mit Schokolade hantieren dürfen

Uns geht es um einen Signature Snack, der das beste aus der Agentur verbindet. An Zutaten hätten wir den agentureigenen Honig und unsere Weinreben. Schokolade geht natürlich immer. Ergänzt wird diese Basis mit Wissen um Traditionen aber auch um die Fähigkeit Altes neu zu denken. Das gilt natürlich nicht nur für den Inhalt, sondern auch für die Verpackung.

MILK. – mehr drin als man denkt!

Aber von vorne. Wir besorgen Rosinen, die noch eine gewisse Feuchtigkeit in sich tragen. Anstatt nun einzelne Rosinen mit Schokolade zu überziehen, wie es beim Original der Fall ist, stellen wir eine Füllung her, die aromatisch-saftig-süß das Beste aus Rosine und Honig verbindet. Anstatt mit einer eher kleinen Rosine besticht unser Schokobon-bon mit einer üppigen Füllung. Bei uns ist eben mehr drin als man denkt! Die getrockneten Trauben mixen wir dafür mit Honig. So entsteht eine klebrig-süße Rosinenmasse. Wir reichern die Masse mit ganzen Rosinen an und kneten sie per Hand durch. Die Masse lassen wir 1 Stunde ruhen. Ein erster Test ergab, dass die Klebrigkeit der Masse nachlässt, wenn sie eine Zeit ruht. Einem Teil der Masse fügen wir für etwas mehr Biss noch Krokant hinzu.

Rosinenmasse mit Krokant-Stückchen
Ein bisschen Crunch muss sein
Die Hohlkugel hat’s in sich

Die Rosinenmasse teilen wir in kleine Portionen und wälzen sie in flüssiger, temperierter Schokolade, um sie dann rund zu rollen. Dabei bemerken wir, dass der Schokoladenmantel nicht ganz dicht bleibt und immer wieder kleine Risse entstehen, durch die die Masse nach außen drückt. Um das zu verhindern, nutzen wir Schokoladenhohlkörper. Wir füllen die Masse in einen Spritzbeutel, um die Hohlkörper zu befüllen. Leider nicht so leicht wie gedacht, da die Rosinenmasse sehr fest ist. Der Einwegspritzbeutel ist entsprechend schnell geplatzt.  

Schokohohlkörper in Plastikform werden mit Schokolade verschlossen
Zu diesem Zeitpunkt sind es noch Schoko-Rosinen-Höhlen
Der Rosinenwolf – grob rein – fein raus

Abhilfe schafft ein Fleischwolf. Ja, wenn Köche sich in die Patisserie begeben…Der Fleischwolf war für uns auch schon ein Gemüse-Wurst-Wolf und wird nun zum Rosinenwolf. Durch die Wurstfüllhörner können wir die Rosinenmasse spielend leicht in die Hohlkörper füllen. Wen diese Vermischung von Fleisch und Schokolade irritiert, hat noch keine Jus mit Schokolade zu Wild probiert oder das sizilianische Gebäck Mpanatigghi aus Modica, das Kalbfleisch in einem süßen Keks mit Kakaopulver kombiniert.

Läuse-Lack trifft Schoko-Rosine

Wir verschließen die nun gefüllten Schoko-Kugeln mit temperierter Schokolade. Anschließend rollen wir die Kugeln einzeln in Schokolade und formen sie von Hand wieder rund. In der Industrie gibt es dafür einen Dragierkessel. Diesen gibt es auch für kleine Küchenmaschinen. Aber für unsere kleine Stückzahl nehmen wir gerne jede Kugel in die Hand und rollen sie – echte Handarbeit eben. Die fertig gerollten Kugeln geben wir in eine Pfanne mit hohem Rand und kreisen diese gleichmäßig. Wir führen mit einem Haartrockner warme Luft hinzu und steuern so die Rundheit unserer Rosinen-Honig-Schokobon-bon Gleichzeitig bekommen wir so eine schöne Oberfläche. Nachdem wir die Kugeln mit kalter Luft aus dem Haartrockner abkühlen konnten, kommt eine Versiegelung bzw. ein Lack-Überzug auf die Kugeln. In der Lebensmittelindustrie besteht dieser Überzug bei Dragees meistens aus Glucose oder Schellack E-904. Wir verwenden Schellack. Der erinnert an Schellackplatte und manche vielleicht auch an Läuse. Tatsächlich handelt es sich dabei um ein Ausscheidungsprodukt von Läusen, nicht um die Läuse selbst. Allerdings können bei der Herstellung durchaus Läuse zu Schaden kommen. Es handelt sich also um ein natürliches, aber nicht veganes Produkt. Den Lack sprühen wir auf die Kugeln und schwenken diese mit kreisenden Bewegungen ca. 10 Minuten in der Pfanne, bis der Lack trocken ist. Anschließend ist das Rosinen-Honig-Schokobon-bon fertig zum Verzehr. Dank Lack schmilzt nichts in der Hand, die Kugeln sind nun recht robust und im Gegensatz zu klassischen Pralinen weitaus weniger hitzeempfindlich.

Wenn die Schokolade mehr reflektiert als der Teller muss Schellack im Spiel gewesen sein

Für unsere klassische Süßigkeit mit Twist wählen wir eine entsprechende Verpackung. Das gute alte Wachspapier kommt dafür zum Einsatz, das hat uns die Firma Riepa freundlicherweise zur Verfügung gestellt. Passend zu MILK. in schwarz und weiß.

Fertig ist der Klassiker in neuem Gewandt.

Packaging Design Agentur mit eigenem Food Lab

Das Gewandt bestimmt unseren Agenturalltag aber erst durch das Food Lab verbinden sich Inhalt und Verpackung. Denn Verpackungsdesign für Lebensmittel wäre undenkbar ohne ein gesteigertes Interesse an dem, was wir verpacken: Lebensmittel. So einfach es klingt, so selten liegen den Artwork-Briefings in der Realität echte Geschmacksmuster bei. Wir verlassen die PC-Welt der PDF-Briefings bewusst, um mit dem Lebensmittel in direkten Kontakt zu kommen. Dazu führen wir ein internes Food Lab, wo Produkte entschlüsselt und für das Design-Team präsentiert werden. So soll es dem Packaging Designer bzw. der Designerin gelingen, ein tieferes Verständnis des Lebensmittels für die Gestaltung zu nutzen.

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